Intensiver Endspurt!

Mittwoch, 14.02.2018

Wow, die vergangenen vier, fünf Wochen hatten es in sich! Nach einem eher gemütlichen Dezember haben wir jetzt im Januar und Februar noch einmal richtig viel erlebt.

Kommt, gehen wir zusammen in die Karte hinein (wie mein Lieblingsgeschichtslehrer stets zu sagen pflegte). Von Evans Head (wo die Flugshow stattfand - siehe letzten Blogpost) sind wir via Sydney, Melbourne nach Adelaide und wieder zurück nach Melbourne gedonnert.

Das ist für unsere Verhältnisse eine ordentliche Distanz. Dies wird besonders deutlich, wenn wir ein bisschen heraus zoomen. Zwischen Cairns und Evans Head waren wir immerhin fast vier Monate unterwegs. Für ein paar Wochen war das Tempo der letzten Wochen ganz okay, über mehrere Monate hinweg würden wir es aber eher nicht halten können.

Nun gut, genug des Kartenstudiums. Ab hinter's Lenkrad und auf Richtung Sydney! Weil wir so lange nicht mehr grössere Distanzen gefahren sind, haben wir die Strecke bis zur nächsten Tankstelle gleich einmal ordentlich unterschätzt. Es sah so nah aus auf der Karte! Der Zeiger der Tankanzeige war schon fast im negativen Bereich, als wir am Horizont das Caltex-Schild erspähten. 78.58 Liter haben wir dann reingelassen. Unser Tank fasst 80 Liter. Ich glaube, wir müssen nicht vorrechnen, wie viel noch drin war. Haha.

In Sydney selber haben wir nur einen Tag verbracht. Die Harbour Bridge ist schon imposant. Da könnte man raufklettern. Ist aber schweineteuer. Wir haben uns deshalb darauf geeinigt, dass wir das erst nächstes Mal machen, wenn wir in Sydney sind.
Das grüne Gebäude ist der Central Park. Es hat mehrere Auszeichnungen für Design und Nachhaltigkeit eingeheimst (Verwendung von Regenwasser etc.). Für die vertikalen Gärten zeichnet der französische Botaniker Patrick Blanc verantwortlich. Hübsch!
Etwas überrascht war ich, als wir mit dem Sightseeing Bus an riesigen Kriegsschiffen vorbeifuhren. Als Schweizer wird man nicht so oft mit Kriegsschiffen konfrontiert. Die australische Navy hat hier jedenfalls mitten in der Stadt einen Stützpunkt.

Ruckzuck ging es weiter Richtung Melbourne. Vorbei an schönen Stränden (natürlich mit Zwischenstop). Zwischendurch haben wir auch unsere Kreativität mit der Panoramafunktion ausgelebt.

Eine Nacht haben wir auch auf dem Beachcomber Holiday Park verbracht. Direkt am Meer, mit vielen Kängurus, Wallabies und anderen Wildtieren. Traumhaft! Der Campspot hat etwa doppelt so viel gekostet wie wir normalerweise bezahlen, war aber jeden Cent wert. Der Platz hat auf Tripadvisor eine glatte 5.0-Bewertung von über 100 Reviews. Zurecht! Die Wallabies auf dem ersten Foto wurden übrigens nicht überfahren - die pennen da einfach nur.

Weiter ging's in die alte Goldgräberstadt Walhalla. Anfang 1863 zählte die Stadt etwa 4'000 Einwohner, heute sind es nur noch rund 20. Die Arbeiter in den Minen haben ein Heidengeld verdient, wurden aber selten alt. Entweder sind sie unter Tage gestorben oder ein paar Jahre später an einer Staublunge. Das unterirdische System der Mine ist gigantisch - vor allem, wenn man bedenkt, wie langsam der Tunnelbau vonstatten ging (ca. ein Meter pro Woche).

Ein süsser Ameisenigel, ein süsses Koala und andere Impressionen für zwischendurch:

Nun waren wir schon fast in Melbourne. Auf diese Stadt haben wir uns schon lange gefreut - von ihr hat eigentlich jeder Mensch geschwärmt, dem wir über den Weg gelaufen sind. Ich habe mich besonders gefreut, bald in Melbourne zu sein, da mit den Australian Open dort gerade das erste wichtige Tennisturnier des Jahres stattfand. Jahrelang haben wir die Spiele in der Rod Laver Arena im Fernsehen geschaut und uns gefragt, wie es wohl wäre, einmal live dabei zu sein. Oder wie es gar wäre, Roger Federer live an einem Grand Slam spielen zu sehen. Das wäre was!

Am Montag, 22. Januar befanden wir uns noch wenige hundert Kilometer vor den Toren Melbournes. Wir hatten uns im Vorfeld Tickets für die Viertelfinals des folgenden Tages besorgt und freuten uns darauf - das würde aber leider kein Spiel von Roger Federer sein. Da fragte mich ein Freund, warum wir uns den eigentlich nicht das *heutige* Spiel von Roger anschauten. Das war eine hervorragende Idee! «Anika! SCHNELL! Zelt zusammenpacken! Roger wartet nicht! In zwei Stunden beginnt das Spiel in der Rod Laver Arena!» Zwei Stunden später sassen wir in der Rod Laver Arena - bereit, Roger Federer zu empfangen. Es war besonders, live bei Rogers Weg zu seinem unglaublichen zwanzigsten Grand Slam Titel dabei gewesen zu sein. (Danke für deine gute Idee, Thomas ;))

Wie erwähnt waren wir auch am folgenden Tag live dabei in der Rod Laver Arena. Nadal gegen Cilic - was für ein Spiel! Wenn ihr das Spiel im TV gesehen und jemanden aus voller Kehle für Cilic schreien gehört habt, war das vermutlich ich. Anika war es schon fast peinlich.

Nach drei Tagen in Melbourne wollten wir noch einmal für zwei Wochen aus der Stadt raus. Nach diesen zwei Wochen wollten wir wieder zurück in Melbourne sein, um genug Zeit zu haben, um unser Auto zu verkaufen, bevor wir Australien Anfang März schon wieder verlassen müssen. Eigentlich wollten wir diese zwei Wochen auf Tasmanien verbringen. Die Fähren waren aber bereits bis Mitte März ausgebucht, weswegen dies ins Wasser fiel. Schade! Aber ist nicht so schlimm - wir sind ja nicht das letzte Mal in Australien. Das nächste Mal planen wir den Trip nach Tasmanien früher.
Als Alternativprogramm haben wir uns für die Great Ocean Road Richtung Adelaide entschieden. Sie ist eine der berühmtesten Küstenstrassen der Welt, beginnt kurz hinter Melbourne und führt etwa 250 Kilometer bis nach Warrnambool. Wir dachten uns, die Great Ocean Road kennt und fährt jeder, die wird sich bestimmt lohnen. Let's go! Schaut euch die Fotos an - die Küste ist wirklich schön!



Allerdings ist es aber auch wirklich nicht übertrieben, wenn wir sagen: «Die Great Ocean Road fährt jeder.» Die ganze Strecke war überfüllt mit Touristen. (Im wahrsten Sinne des Wortes ÜBERfüllt. Einige Sehenswürdigkeiten konnten wir gar nicht besichtigen, weil nicht genügend Parkplätze zur Verfügung standen. Hubschrauber fliegen im Akkord die Küste hoch und runter. Und es ist der einzige Ort in Australien, an dem wir alle paar Kilometer Schilder mit dem Hinweis, dass man in Australien auf der linken Strassenseite fahren soll, gesehen haben. Hat sich aber trotzdem gelohnt!)

Ein paar Kilometer nach der Great Ocean Road sind wir in Cape Bridgewater eher zufällig auf die einzige Robbenkolonie gestossen, die sich auf dem australischen Festland fortpflanzt. Sie zählt rund 2'000 Tiere. Wir hatten Glück - es war nämlich der erste Tag, an dem die kleinen Heuler ins Wasser gingen (Ja, Robbenbabys nennt man offenbar "Heuler". Wusst' ich auch nicht.). Schaut im Video, wie sie ins Wasser plumpsen! Dieses Erlebnis zählt für uns zu den Highlights unseres Trips.



Auch eher zufällig kamen wir in Raukkan vorbei. Hier steht die Kirche, die auf dem australischen 50-Dollar-Schein abgebildet ist. Sonst war nicht viel los - wir haben nur einen einzigen Menschen in dem verschlafenen Dorf gesehen. Irgendjemand hat aber schöne Bilder an die Wände gepinselt.

Weiter ging's nach Adelaide. War schön, aber sonst nichts Spektakuläres zu berichten!

Über das Inland führte unser Weg wieder zurück Richtung Melbourne. Die Grampians sollten das letzte grosse Highlight unseres Roadtrips durch Australien werden. Drei Tage waren wir da. Umgeben von traumhafter Natur, Kängurus, Emus und anderem Federvieh.



Die letzte Nacht im Zelt war dann schon etwas traurig. Sogar der Himmel hat ein paar Tränen vergossen. Und uns einen Regenbogen gezaubert.

Jetzt sind wir zurück in Melbourne und haben bereits einen Käufer für unser Auto gefunden - einen Schweizer. In etwa drei Wochen geht unser Flieger nach Hause. Natürlich freuen wir uns aber auch darauf, wieder nach Hause zu kommen. Seit zwei Wochen haben wir in unserem geliebten Quartier in Frauenfeld bereits wieder eine Wohnung, die darauf wartet, bezogen zu werden. Wir hoffen bloss, dass die Temperaturen zu Hause noch ein bisschen steigen bis dahin!

Also bis bald!
Eure Reisenden (:

Erster Sonnenaufgang auf dem australischen Festland und Weihnachten ohne Schnee

Montag, 08.01.2018

Nach ein paar Wochen konnten wir uns endlich von Brisbane verabschieden, um weiter nach Süden zu ziehen. Unsere nächste Station war Tamborine Mountain. Hier waren wir wieder in der Natur, konnten durch Regenwälder spazieren und Tiere beobachten. Hört mal im Video, wie schön es klingt, und schaut, wer da vor uns den Wanderweg lang spaziert ist! Süsses Kerlchen.



Nach zwei wunderschönen Tagen hier ging es weiter in den Lamington National Park. Auch hier: wunderschöne Landschaft soweit das Auge reicht.

Die nächste Station war der Mount Warning. Das ist in der Umgebung von Cape Byron, dem östlichsten Punkt auf dem australischen Festland, die höchste Erhebung. Deshalb kann man hier die allerersten Sonnenstrahlen erhaschen, die am Anfang des Tages das australische Festland erreichen. Allerdings trifft das nur im Winter zu, im Sommer sind es nicht ganz die ersten. Trotzdem wollten wir diesen besonderen Ort besuchen und den Gipfel besteigen. Einige ganz Verrückte nehmen den 2.5-Stunden-Aufstieg bereits in der Nacht in Angriff, um den Sonnenaufgang auf dem Gipfel geniessen zu können. Wahnsinn! Wir nicht.

Wie auf dem Schild angekündigt, hatten es die letzten vierhundert Meter ganz schön in sich. Die Felswand war quasi überhängend.

Auf dem Weg vom Lamington National Park zum Mount Warning sind wir übrigens noch an der Natural Bridge vorbei gekommen. Die Höhle, in die der Wasserfall hinab stürzt, ist voller Glühwürmchen. Leider sieht man sie erst, wenn die Nacht anbricht.

Mittlerweile waren es nur noch ein paar Tage bis Weihnachten und Neujahr. Fühlt sich schon komisch an in der Wärme. Wir sind kein bisschen in Weihnachtsstimmung. Trotzdem mussten wir uns mit dem Thema auseinandersetzen. Da jetzt nämlich jeder Australier mit seiner Familie in den Urlaub fährt, mussten wir jetzt etwas voraus planen. Sehr bald würde nämlich alles ausgebucht sein. Alles. Wir haben uns deshalb entschieden, Weihnachten und Neujahr in Byron Bay auf einem Campingplatz zu verbringen, damit wir nicht zehn Campingplätze im Voraus buchen mussten. War aber gar nicht so einfach, einen Platz zu finden. Vor allem über die Neujahrstage war schon ziemlich alles ausgebucht. Wir haben deshalb nur bis zum 27. Dezember buchen können, konnten dann aber vor Ort bis zum 5. Januar verlängern. Phu!

Wir haben uns dann also in Byron zwei Wochen lang die Sonne auf den Pelz scheinen lassen. Schönes Plätzchen! Ist übrigens, wie oben schon geschrieben, der östlichste Ort auf dem australischen Festland. Unten seht ihr ein Foto vom alleralleralleröstlichsten Zipfel.


Nach ein paar Tagen hier hat so ein Typ seinen Pizzastand auf dem Campinglpatz aufgebaut. Hat sich dann herausgestellt, dass er aber keine Pizza macht, sondern Flammkuchen ("It's not a pizza"). Er heisst Gunter, kommt ursprünglich aus Karlsruhe und hat entschieden, hier Flammkuchen zu verkaufen, weil er sie so vermisst hat und das hier keiner kennt. Eigentlich wäre er Ingenieur. Finden wir klasse. Wir lieben Flammkuchen! Wir haben dann auch erfahren, dass in Evans Head am 6. und 7. Januar eine Flugshow mit Flugzeugen aus dem zweiten Weltkrieg stattfindet und dass er dort auch Flammkuchen verkauft. Auf dem Flugplatz könne man auch campen für wenig Geld, hiess es. Was gibt es besseres?! Flugzeuge, Flammkuchen und günstig übernachten! Und ab und zu ein Schwatz mit Gunter, unserem neuen Freund.

Ich hab's mir nicht nehmen lassen, eine halbe Stunde in einer T-6 Texan mitzufliegen. Der Pilot hat verrückte Kapriolen gemacht. Dieses Schlitzohr. Habe mein Grinsen danach den ganzen Tag nicht mehr aus dem Gesicht bekommen. Schaut euch den Flug im Video an. Kotztüte bereithalten!


Auf dem Weg nach Evans Head haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Ballina eingelegt. Da haben wir Delfine gesehen. Schaut!

Morgen fahren wir wahrscheinlich weiter nach Yamba. Soll wie Byron Bay vor zwanzig Jahren sein (Byron ist mittlerweile sehr touristisch). Auch ein Tipp von Gunter. Wir sind gespannt.

Gunter wohnt hier übrigens im Regenwald. Hat sich 45'000 Quadratmeter davon gekauft. Wie geil ist das denn!

Aaaalso, bis bald!
Eure Reisenden (:

Faulenzen in Brisbane und ein Rückblick über die letzten zweieinhalb Monate

Donnerstag, 30.11.2017

Gestern war ein richtiger Sonntagsmittwoch. Wir sind etwa am Mittag um eins aus dem Zelt gekrochen. Haben sogar dort gefrühstückt. War allerdings nicht ganz freiwillig, denn es hat die ganze Nacht und den ganzen Vormittag geschüttet wie verrückt. Wie durch ein Wunder blieben wir im Zelt absolut trocken. Top Qualität, wir staunen. Auch toll war, dass wir eben am Tag zuvor unser Zelt den ganzen Nachmittag lang geschrubbt hatten, um den Schimmel loszuwerden, der sich seit den letzten Regentagen leider angesammelt hat. Dieser spriesst ziemlich schnell, wenn man das Zelt nass oder feucht zusammenklappt, um weiterfahren zu können. Morgen müssen wir wahrscheinlich schon wieder schrubben.

Der Nachmittag war dann regenfrei und wir haben es uns auf dem Campingplatz gemütlich gemacht. Bisschen gefaulenzt, bisschen gelesen, bisschen süssen Vögeln zugeschaut. Im Baum direkt neben unserem Zelt hatten nämlich Weissstirn-Schwatzvögel genistet (kein Witz, die heissen so) und die beiden Jungvögel machten gestern ihre ersten Geh- und Flugversuche. So süss, wie die rumgestolpert sind! Plötzlich sind die Kleinen schnurstracks auf uns zugestolpert (so schnurstracks wie man halt stolpern kann) und wollten sich auf unsere Füsse setzen. Dann sind sie an unseren Stühlen hochgeklettert, um sich schliesslich auf unsere Köpfe zu setzen. Kein Witz. Wir waren selbst überrascht, könnt ihr uns glauben. Wir haben sie weder gefüttert, noch angelockt. Anschliessend haben sie von unseren Stuhllehnen diverse Flugversuche unternommen. Sie konnten noch nicht aufwärts fliegen, nur geradeaus und - wer hätte das gedacht - nach unten.

Insgesamt war es für uns ein richtig guter Tag, den wir auf unserer Reise mindestens genau so geniessen wie die Tage, an denen wir berühmte Sehenswürdigkeiten Australiens bewundern.

Wir haben jetzt schon fast die erste Halbzeit unserer sechs Monate hier hinter uns. Zeit für einen kleinen Rückblick.

Ein paar Zahlen:

Gestartet sind wir vor 77 Tagen in Cairns. Insgesamt haben wir bis jetzt 5'171 Kilometer zurückgelegt. Auf dem direkten Weg von Cairns nach Brisbane wären es lediglich 1'685 Kilometer. Im Durschnitt sind wir pro Tag 67 Kilometer gefahren. Wir haben total für 772.- Franken Benzin getankt und durchschnittlich 14.1 Liter auf 100 Kilometer verbraucht (ja, 20-jähriger Schluckspecht).

Zuerst hatten wir geplant, in sechs Monaten rund um Australien zu fahren, haben aber sehr schnell gemerkt, dass wir uns viel mehr Zeit lassen wollen. Es ist ja egal, wie weit wir bis im März kommen - es wurde schnell klar, dass wir wieder nach Australien kommen werden, um uns den Rest anzuschauen. Im Vergleich zu vielen anderen Travellern sind wir eher langsam unterwegs. Mein Lieblingsbeispiel für sehr schnelle Reisende ist ein junges Paar, das sich in Sydney einen Van gemietet hat, den es nach 10 Tagen in Cairns wieder abgeben muss. Anika kann dieses Beispiel schon nicht mehr hören, aber ich muss das immer wieder erwähnen, weil ich das so unglaublich finde. Sie hatten jedenfalls auch selber gemeint, dass sie nicht sehr viel mehr sehen als Highways und Caravanparks. Es gefällt ihnen trotzdem - also alles OK.

Finanzen:

Finanziell haben wir grosszügig kalkuliert. Für die sechs Monate hatten wir für uns zusammen ein Budget von total ca. 33'000.- Franken gesetzt. Abzüglich der Kosten für Flüge und Visa etc. haben wir pro Monat 4250.- Franken zur Verfügung, die wir wie folgt kategorisiert haben. Wie ihr seht, sind wir kleine Sparfüchse und brauchen deutlich weniger. Wir werden voraussichtlich zu zweit insgesamt mit weniger als 25'000.- Franken auskommen (und es würde auch deutlich günstiger gehen, wenn man möchte).
Nicht eingerechnet ist das Auto, das wir für ca. 5500.- Franken gekauft haben. Da wissen wir natürlich auch noch nicht, wie viel wir dafür wieder bekommen werden.

Kategorie Monatliches Budget Effektive monatliche Ausgaben
Unterkunft 1000 622
Essen 1500 760
Exkursionen/Eintritte 500 342
Benzin 500 352
Auto-Unterhalt 150 256
Verschiedenes 600 692
Total 4250 3024

Man bedenke, dass Australien ein relativ teures Reiseland ist. Auf anderen Kontinenten würde man mit dem gleichen Betrag um ein Vielfaches länger haushalten können. Jetzt, wo wir selber erlebt haben, dass es gar nicht so viel Geld braucht, sind wir definitiv auf den Geschmack längerer Reisen gekommen und sind uns bereits am überlegen, wo wir als nächstes hinfahren wollen.

Personen, die uns am meisten beeindruckt haben:

Mark Evans:

Der Besitzer des Paronella Parks ist uns nachhaltig in Erinnerung geblieben (siehe älteren Blogpost über den Paronella Park). Die Leidenschaft und Liebe, die er für den Park nach über 20 Jahren immer noch hegt, ist inspirierend. Wir wünschen uns, dass wir auch eine Aufgabe finden, die unser Leben so erfüllt, wie das bei ihm der Fall ist.

Unser Nachbar hier auf dem Caravanpark in Brisbane:

Bei unserer Ankunft auf dem Platz war er gerade dabei, einen frisch geschlüpften Vogel zu retten, der aus dem Nest gefallen ist. Er hat keine Mühen gescheut, das Häufchen Elend zurück in das Nest zu beförden, das sich in etwa vier Metern Höhe befand. Tags darauf hatten wir uns über den Kofferraumgriff unterhalten, der bei unserem Auto abgefallen ist. Eine Stunde später kam er mit einer Telefonnnummer zurück. Er hatte in der Zwischenzeit recherchiert, was das für ein Griff ist und auf welchem Schrottplatz ein solcher Griff zu finden ist. Ausserdem hatte er da bereits angerufen und für uns herausgefunden, was der Griff kostet. Wenn dieser Mann nicht in den Himmel kommt, dann weiss ich also auch nicht...
Zudem sind er und seine Frau jetzt sage und schreibe für fünf Jahre mit ihrem Caravan unterwegs, um sich Australien anzuschauen. Das finden wir richtig toll.
Der Vogel, den er gerettet hat, ist übrigens einer der beiden, die unsere Köpfe bestiegen haben.

Mein Kitesurf-Lehrer:

Geboren ist er in Polen, aufgewachsen in den USA. Die letzten sieben Jahre hat er auf Sardinien gelebt. Im Sommer ist er Surflehrer, im Winter Skilehrer. Seit Kurzem lebt er mit Frau und Kind in Brisbane. Hab ihn gefragt, wie lange er hier bleiben möchte. "Keine Ahnung", meinte er, bis jetzt gefalle es ihm echt gut.
Er lebt mit seiner Familie, wo es ihnen am besten gefällt. Er macht den ganzen Tag, was ihm am meisten Spass macht. Wie viele von uns können das von sich behaupten?

Machts gut und bis bald
Eure Reisenden (:

 

Sand, mehr Sand, und eine Doppelfolge aus der Serie «Pleiten, Pech und Pannen»

Mittwoch, 22.11.2017

Nachdem wir uns von unserem Spinnenabenteuer beim Cape Hillsborough erholt hatten (siehe vorheriger Post), ging es weiter Richtung Süden. Kurz nach Mackay befindet sich das Hay Point Coal Terminal. Hier wird Kohle exportiert ohne Ende. Das folgende Foto zeigt einen schönen Überblick über das Terminal. Zoomt mal bisschen ran und zählt die Frachter, die auf dem Meer warten, bis sie beladen werden. Wir haben 37 gezählt. Verrückt. (O.K., ihr könnt sie nicht zählen; die Qualität des Fotos ist zu schlecht. Glaubt uns einfach, dass es 37 Frachter waren. Oder glaubt es nicht. Uns doch egal.)

Nach einer kurzen Pause da sind wir bis nach Dingo durchgebrettert. 370 Kilometer (siehe Übersichtskarte oben). Da ist einfach nichts dazwischen, ausser ein kleines Kaff mit einer Tankstelle in der Hälfte der Strecke. Sonst einfach wirklich nix. Unterwegs haben wir ein armes Schwein gesehen, das eine Panne hatte. Wir haben kurz angehalten, konnten seinen Alternator aber leider auch nicht reparieren. Haha. Ausser fragen, ob er noch mehr zu trinken braucht, konnten wir nichts für ihn tun - Handyempfang gab's natürlich auch weit und breit nicht und 100 Kilometer abschleppen wäre auch doof gewesen. Wir hoffen, er steht heute nicht mehr da.

In Dingo haben wir hinter einer Tankstelle übernachtet. Da ist Anika ein Hund zugelaufen. Stundenlang sass er da rum, wedelte mit dem Schwanz, jagte Trucks und Heuschrecken. Nach ein paar Stunden konnten wir die Besitzerin ausfindig machen - die hat ganz in der Nähe gewohnt. Da waren wir natürlich froh, aber auch ein bisschen traurig - war schon ein süsser, kleiner Fratz.

Am nächsten Tag haben wir einen Abstecher in den Blackdown Tablelands National Park gemacht. Traumhaft!

Nach ein paar eher unspektakulären, aber sehr gemütlichen Tagen in Yeppoon, Tannum Sands und Bundaberg näherten wir uns einem echten Highlight an der Ostküste Australiens: Fraser Island. Die grösste Sandinsel der Welt, 124 Kilometer lang, 25 Kilometer breit. Die Aborigines nennen sie "K'gari", was so viel wie "Paradies" bedeutet. Ich finde, sie haben recht. Fünf Tage haben wir im "Paradies" verbracht und getestet, wie tief der Sand sein muss, damit wir stecken bleiben.

Vorweg aber noch die erste kurze Folge aus der Kategorie «Pleiten, Pech und Pannen». Am frühen Montag Morgen, 13. November fuhr unsere Fähre nach Fraser. Am späten Samstag Abend davor geschah es. Wir wollten nur noch einmal unsere Kofferraumklappe öffnen. Hielten aber plötzlich nur noch den Griff in der Hand - da hing keine Klappe mehr dran. Wir klagten: «Nein! Alles, was wir zum Leben brauchen, befindet sich in unserem Kofferraum! Morgen ist Sonntag, da arbeitet kein Mechaniker! Wir brauchen doch unsere Sachen auf Fraser Island!» Wir mussten also über den Rücksitz unseren ganzen Kofferraum leer räumen, das schöne Regal irgendwie abbauen und unser Zeug wieder irgendwie im Kofferraum verstauen, dass man über den Rücksitz einigermassen schlau überall ran kommt.

Anm. der Redaktion: Unser Auto war gerade beim Mechaniker und er konnte den Griff leider nicht ersetzen, weil kein Schwein in Australien so einen Griff hat. Wir klappern jetzt also Schrottplätze ab und schauen, ob wir irgendwo so einen tollen Griff abstauben können. Merke: Kaufe nie ein 20-jähriges Auto in Australien, wenn du Ersatzteile dafür haben möchtest. Es sei denn, es ist ein Toyota Landcruiser.

Nun gut. Ab auf die Fähre nach Fraser! Wir lassen hier ein paar Bilder sprechen. War schon geil. Am Beach kann man übrigens mit 80 Sachen lang brettern. Fetzt. Auf den Inland-Tracks gilt ein Limit von 30 Kilometern pro Stunde. Die Geschwindigkeit haben wir dort aber so oder so selten erreicht. Haha. Wir sind übrigens nur ein Mal stecken geblieben. Eine Stunde lang haben wir gebuddelt. Zu viert.

Nach dieser traumhaften knappen Woche auf Fraser ging es weiter südwärts. Aber nicht sehr weit. Nur bis Landsborough. Da schlug der Pannenteufel erneut zu (zweite Folge). Plötzlich konnten wir unser Auto nicht mehr starten. Es sprang zwar an, aber nur für eine Sekunde und ging sofort wieder aus. Pannenhelfer angerufen. Der kam ziemlich fix. War da, setzte sich ins Auto - Auto lief ohne Probleme und Pannenhelfer ist weitergefahren. Haha. Der wird sich auch gedacht haben... Nach dieser zögerlichen Attacke griff der Pannenteufel am nächsten Morgen zu brachialer Gewalt. Das Auto sprang nun gar nicht mehr an. Bald war der Pannnenhelfer wieder da (der gleiche) - und diesmal sprang es auch bei ihm nicht mehr an. Stellt euch vor, bei ihm wäre es wieder angesprungen. Wie hätten wir denn ausgesehen. Mann, war ich froh, hat die Karre gestreikt. Haha. Scherz beiseite. War natürlich doof. Das Auto wurde dann in die nächste Werkstatt geschleppt und die sagten, die schauen sich heute gar nix mehr an. War natürlich auch doof. Wir wollten am gleichen Abend nämlich noch in Brisbane ankommmen, wo wir ein Appartment gemietet haben. Mit richtigem Bett.

Hab die dann gefragt, was es kostet, das Auto nach Brisbane abzuschleppen. Das wären rund 90 Kilometer gewesen. Die haben gemeint, das koste 370 Dollar. Uiuiui. Dann haben wir rausgefunden, dass wir so eine tolle «Premium Care»-Mitgliedschaft haben beim Pannendienst. Damit war das Abschleppen nach Brisbane jetzt plötzlich gratis. Haha. Und es kommt noch besser. In Brisbane haben wir obendrein noch einen Mietwagen gekriegt, bis unser Auto repariert war. Natürlich auch umsonst. Es war ein neuer Holden Commodore SV6. 285 PS, Head-Up Display und sämtlicher Schnickschnack. Wir waren fast traurig, als unser Auto fertig war. Haha. Es war übrigens die Benzinpumpe, die bei uns den Geist aufgegeben hatte.

Jetzt sind wir in Brisbane und geniessen die Tage. Für den weiteren Verlauf der Reise haben wir zum ersten Mal seit längerem keinen nächsten Fixpunkt, den wir an einem bestimmten Datum erreichen müssen. Das geniessen wir.

Bis bald!

Eure Reisenden (:

High den ganzen Tag, ein Traumstrand und ein Schrei, der noch immer in meinen Ohren hallt

Montag, 30.10.2017

Nach ungefähr achthundertvierundvierzig Tagen hatte es sich endlich ausgeregnet an der Ostküste Australiens und es wurde Zeit, dass wir uns von Townsville verabschieden. Vorher mussten wir aber noch einen Abstecher nach Magnetic Island machen, eine kleine Insel vor der Küste Townsville, zu der wir die letzten Tage zwischen den Regentropfen ab und zu rüberschielen konnten (dort hat's aber auch geregnet, bei den Pfeiffen. Haha.). Die Insel ist hauptsächlich für die Koalas bekannt, die dort leben. Müssen wir sehen! So süss!

Guckt mal! Mama und Babykoala!

Die hängen hier in den Bäumen rum und pennen. Sie sind den ganzen Tag high von den Eukalyptusblättern, von denen sie sich ernähren.

Gibt auch ein paar schöne und Aussichtspunkte. Vieles hier stammt aus dem zweiten Weltkrieg. Die fanden es damals auch praktisch, dass man eine relativ gute Rundumsicht hat.

Nach dem Tag auf Magnetic Island sind wir dann endlich wirklich weitergefahren Richtung Süden. Nächster Fixpunkt war ein echtes Highlight an der Ostküste: die Whitsundays und vor allem Whitehaven Beach - einer der weissesten und schönsten Strände der Welt - sagt man. Wollten wir uns natürlich auch ein Bild davon machen und haben dort für Donnerstag einen ganztägigen Segel- und Schnorcheltrip gebucht. Die beiden Kölner Fabian und Linda, von denen wir schon in anderen Posts berichtet haben (und die die letzten Tage auch in Townsville waren), werden dort auch wieder mit von der Partie sein. Die Tage bis dahin wollten wir aber getrennt verbringen. Man braucht immer wieder ein paar Tage Pause zwischendurch, sonst hält man die beiden echt nicht aus.

Plötzlich hatten wir die Raser aber dann doch wieder in unserem Rückspiegel.

Ist aber auf jeden Fall immer noch angenehmer, die beiden im Rückspiegel zu haben, als einen Lastwagen, der eine Bullbar hat, die höher ist als unser Auto. Wir fahren meist nur zwischen 80 und 90 km/h, um etwas Benzin zu sparen. Die Lastwagen donnern mit über 100 km/h über die Highways und halten kaum eine Wagenlänge Abstand hinter dir, wenn du ihnen zu langsam fährst. Das sind dann die Momente, wo man dann selber auch etwas beschleunigt und gerne ein paar Liter Benzinverbrauch mehr in Kauf nimmt, um etwas Abstand zwischen sich und die Todeswalze zu bringen.

Folgend ein paar Impressionen von der Fahrt bis nach Airlie Beach, wo wir den Segeltrip gebucht haben.

In Airlie Beach wurden auf dem Camping Platz wilde Papageien gefüttert. War das ein Spass!

Am nächsten Morgen gings dann aufs Segelboot Richtung Whitsunday Island mit dem weltbekannten Whitehaven Beach.

Angelegt haben wir auf der Rückseite der Insel, am «Shitty Beach». Der heisst nicht offiziell so. Dann ein kurzer Fussweg auf einen Hügel mit schöner Aussicht über den wunderschönen Strand und dann endlich runter ans Wasser. Wirklich traumhaft!

 

Auf dem Rückweg hatte dann Kapitän Roli alles unter Kontrolle.

Der richtige Käpt'n hat zum Glück wieder übernommen, bevor wir auf Grund gelaufen sind. War ein Lustiger, der Skipper. Der hiess auch Wagner. Wie Anika. Sie hat deshalb von Anfang an eine Spezialbehandlung bekommen. Vom Skipper, Jamie «Waggenagger» Wagner. Sie heisst jetzt auch Anika «Waggenagger» Wagner. Der Dritte rechts auf dem Foto neben Jamie und Anika ist noch ein dritter Waggenagger.

Nach diesem traumhaften Tag auf dem Boot sind wir jetzt auf dem Weg nach Fraser Island, der grössten Sandinsel der Welt. Dort werden wir vom 13. bis 17. November fünf Tage lang unterwegs sein. Den Trip dort werden wir auch wieder mit Fabian und Linda machen. Ist nämlich besser, wenn jemand mitkommt, der unsere Rostlaube aus dem Sand ziehen kann, wenn wir stecken bleiben.

Apropos Rostlaube. Wir haben eben die 333'333-Kilometer-Marke überschritten. Wir wissen aber noch nicht, ob wir das feiern sollen. Und das Armaturenbrett ist in Wirklichkeit nicht so staubig, wie es hier aussieht.

Auf dem Weg nach Fraser sind wir mit unserer Rostlaube an weiteren traumhaften Orten vorbei gekommen. In Midge Point haben wir zum Beispiel den Camping Platz nur mit Kängurus und Kookaburras geteilt. Und mit den Vögelchen, die in der Campküche genistet haben. Kein Scherz, da ist wirklich was drin im Nest. So süss!

Eine Nacht später waren wir bei der Finch Hatton Gorge in einem wunderschönen Buschcamp. Die Dusche dort brauchte auch keine Wände. Der Kakadu ist aber ein Geschöpf des Teufels, der hat mir fast den grossen Zeh abgebissen.

Ganz in der Nähe gab's wieder eine schöne Schwimmstelle. Schaut, wie ich vom 47 Meter hohen Felsen springe!

Im Moment sind wir gerade am Cape Hillsborough. Hier gibt es schöne Sonnenaufgänge mit Kängurus und Wallabies am Strand. Wir sind heute extra frühs um fünf aus den Federn gekrochen, um sie zu sehen.

Hier kann man auch ein paar schöne Spaziergänge machen.

Der eine Wanderweg war gesäumt von vielen Spinnennetzen. Die Spinnen waren eher klein, etwa vier Zentimeter Durchmesser mit den Beinen - oder noch kleiner. Anika hatte aber keinen Bock darauf und so ging ich ein Stück voraus, um die Lage abzuchecken. Plötzlich hörte ich einen grellen Schrei. Es dauerte einen Moment, bis ich realisierte, dass der Schrei aus Anikas Mund stammte. War schliesslich das erste Mal überhaupt, dass ich sie schreien hörte wie ein Mädchen. Da stürmte sie mir auch schon entgegen. Berichtete mir, wie sie wartete, bis ich wieder zurückkam. Und wie sie dabei den Kopf nach links drehte und dabei - nur eine Handbreit von ihrer Nase entfernt - direkt auf eine Spinne starrte, die noch viel grösser war als die, die wir bereits entdeckt hatten. Sie führte mich zurück zum Objekt des Grauens. So gross wie unsere ausgestreckte Hand soll es sein. Na mal sehen. Erneut hörte ich einen grellen Schrei. Dieses Mal aus meinem Mund. Noch immer hallt er in meinen Ohren.

THE END.

Eure Reisenden (:

Wasser ohne Ende und ein Traum, der weiterlebt

Donnerstag, 19.10.2017

In den letzten Tagen stand das Element Wasser ganz im Zentrum. Zuerst schön, dann doof.

Schön war beispielsweise die Schwimmstelle bei den Babinda Boulders (zum doofen Wasser kommen wir weiter unten). Kristallklares Wasser. Und von den tollen Boulders konnte man runterspringen. Also, wenn man es geschafft hat, die Boulders zu erklimmen. Bei denen, die es geschafft haben, hat es auf jeden Fall spassig ausgesehen. Bei den anderen hat's etwas traurig ausgesehen. Jaja, lacht nur. War trotzdem toll.

Nach den Boulders ging es weiter zu den Josephine Falls. Da kann man auch plantschen. Und natürliche Wasserfälle runterrutschen. Kein Witz, voll geil. Aber man muss aufpassen wie ein Häftlimacher, damit man nicht schon rutscht, bevor man sich hingesetzt hat. Glitschige Geschichte.

Nach diesen tollen Schwimmerlebnissen sind wir weiter nach Süden gedonnert. Hier riecht's übrigens fast gleich wie im schönen Frauenfeld zu Hause. Die machen hier auch Zucker. Überall hat's Zuckerrohr. Ihre Zuckerfabriken machen aber etwas schwärzeren Rauch als unsere.

Unterwegs kommt man auch oft an irgendwelchen Farmen vorbei. Die verkaufen dann frisches Obst und Gemüse günstig direkt an der Strasse. Ab und zu gönnen wir uns frische Bananen für ein paar wenige Dollar. Oder eine Wassermelone. Wie lieben Wassermelone. Folgend ein Exemplar für 5$, 12.6 Kilogramm schwer. Es war die kleinste von allen!

Die nächste Station war der Paronella Park. Da haben wir eigentlich gar nicht so genau gewusst, worum es ging. Wir haben nur ein Foto davon gesehen, das etwa so ausgesehen hat wie das folgende. Fanden wir hübsch.

Als wir da waren, wollten wir eigentlich gleich wieder gehen. Die wollten nämlich 45$ Eintritt pro Person. Hätten wir uns mal vorher informiert. Fahren wir halt weiter. Auf dem Rückweg zum Auto hat uns ein Mitarbeiter des Parks abgefangen und hat uns für 29$ pro Person reingeschleust. Haha. Dürfen wir aber nicht weitererzählen, hat er gesagt - also psst.
Irgendwie hatten wir den Eindruck, 29$ sind immer noch ziemlich viel - aber hey, die haben uns gerade 32$ geschenkt, da konnten wir nicht ablehnen. Als wir dann drin waren, wollten wir so viel wie möglich aus den 29$ rausholen. Da gab es beispielsweise eine Tagestour und eine Nachttour durch den Park inklusive. Mussten wir machen! Bei der Tagestour haben wir dann erfahren, dass dieser Park von José Paronella erschaffen worden ist. Schlösser haben ihm schon immer gefallen, und so hat er sich in seinem Park ein paar Schlösschen gebaut. Ausserdem eine Schwimmstelle mit Picknicktischen am Wasserfall, zwei Tennisplätze und eine Rollschuhbahn. Zusätzlich hat er über 7000 Pflanzen gepflanzt. UND - ja, das muss man gross schreiben - er hat den ganzen Park mit Strom versorgt. Strom aus seinem eigenen Wasserfall. Das ist deshalb bemerkenswert, weil das im Jahr 1933 war und es das erste Wasserkraftwerk im Bundesstaat Queensland in Privatbesitz war.
Wirklich beeindruckt waren wir aber erst bei der Nachttour. Da sind wir eigentlich ohne grosse Erwartungen hingegangen. Wir wurden von Mark Evans geführt. Er hat den Park vor fast 25 Jahren zusammen mit seiner Frau Judy gekauft. Damals hatte sich der Regenwald den Park komplett zurückgeholt, alles war überwuchert. Das Ehepaar Evans hat ihn wiederhergestellt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und damit Josés Traum weiterleben lassen. Bei Marks Führung wurde jetzt erst richtig deutlich, wie viel José hier geleistet hat, wie viel Liebe und Leidenschaft er in den Park gesteckt hat. Und diese Liebe und Leidenschaft scheint in gleichem Umfang auf Mark übergegangen zu sein. Es war sehr inspirierend zu sehen, wie begeistert er auch noch nach 25 Jahren von der Geschichte des Parks erzählte. Es war alleine schon beeindruckend, dass er, der Besitzer des Parks, Taschenlampen verteilte und uns an diesem Abend durch den Park führte - er hätte ja schliesslich auch genug Mitarbeiter dafür. Toller Typ. Im Anschluss an die Tour gab es für jeden ein kleines Abschiedsgeschenk. Mark hatte es schon während der ganzen Tour als "priceless" angepriesen. Es handelte sich um ein kleines Stück Zement aus Josés Schloss. Es soll uns immer daran erinnern, dass auch unsere Träume wahr werden können - genau wie Josés Traum wahrgeworden ist.
Ich glaube, es ist müssig zu erwähnen, dass wir nun nicht mehr das Gefühl hatten, zu viel für diese Erfahrung gezahlt zu haben. Wir wären fast zurück an die Kasse gegangen, um den vollen Preis zu zahlen.

Nach diesem kurzen, aber schönen Abstecher in den Paronella Park kehren wir nun wieder zurück zum Element Wasser. Diesmal aber zur doofen Art. Diese Art des Wassers kommt von oben. Es regnet jetzt nämlich seit etwa drei Tagen praktisch ohne Unterbruch. Seither warten wir in Townsville, bis das Wetter sich wieder etwas bessert. Wir können auch nicht wirklich ausweichen, weil es an der ganzen Ostküste zwischen Cairns und Brisbane gleich nass ist.

Wir sind ja grundsätzlich nicht wasserscheu (also jemand von uns beiden ist etwas weniger nicht wasserscheu, evtl. auch an diversen Fotos zu erkennen, auf denen jemand von uns beiden meistens nicht drauf zu sehen ist) und haben sicher nichts gegen einen Regenguss ab und zu. Dauerregen, der eine Woche dauert, ist aber nicht so einfach handzuhaben in unserem Campingalltag. Unser Zelt auf dem Auto ist zwar wasserdicht, es ist aber nicht so gut, wenn man es nass zusammenklappt, weil man tagsüber irgendwo hin fahren möchte. Bisher gab es morgens zum Glück ein, zwei trockene Stunden, in denen es jeweils etwas trocknen konnte, der Schimmel spriesst aber dennoch bereits in einigen Ecken. Und ich muss wohl nicht erwähnen, wie Schuhe riechen, die seit einigen Tagen nass sind. Ausserdem ist unser Auto undicht. Haha.
Jänu, ab Sonntag soll es wieder trocken und sonnig werden. Dann werden wir erst mal unser Zelt vom Schimmel befreien, unser Auto abdichten und dann geht's weiter Richtung Süden. Unsere Kölner "Freunde" sind übrigens auch hier in Townsville und warten auf besseres Wetter - geteiltes Leid ist halbes Leid.

Bis bald!

Eure Reisenden (:

P.S.: Gestern haben wir unser Auto beim Mechaniker durchchecken lassen. Sie haben gesagt, es sei alles in Ordnung. Zuerst waren wir nicht ganz sicher, ob wir sie richtig verstanden haben - kann ja gar nicht sein (die reden ja so komisch, die Australier). Wir haben dann wie immer einfach genickt, gelächelt und den schriftlichen Bericht genau analysiert. Da stand wirklich nichts drauf, was wir nicht schon wussten - zum Beispiel, dass die Fahrertür nur von aussen geöffnet werden kann.

Zurück in Cairns und ab in die Atherton Tablelands

Freitag, 13.10.2017

Echt schön war's in Cape Tribulation. Nach einigen Tagen konnten wir uns endlich losreissen und haben uns auf den Weg gemacht zurück nach Cairns. Da war ja noch was mit einer neuen Kreditkarte, die wir dort abholen sollten. Angekommen in Cairns, war die Karte leider noch nicht dort. Hab dann in der Schweiz angerufen - sie haben leider vergessen, die Karte abzuschicken. Die Pfeiffen. Na gut, warten wir also noch einmal eine Woche.

Die ersten Tage in Cairns waren ganz angenehm. Wir haben auf dem Caravan Park nämlich zwei Kölner kennengelernt, mit denen wir uns ganz gut verstanden haben. Zumindest haben wir vorgegeben, dass wir sie nett finden - und sie sind voll drauf angesprungen. Sie sind schon vier Monate in Australien unterwegs und hatten gute Tipps für uns.

Nach ein paar Tagen Faulenzen in Cairns sind sie dann aufgebrochen Richtung Norden nach Cape Tribulation und wir sind in die Atherton Tablelands - ein felsiges Hochland südwestlich von Cairns - gefahren, um dort ein paar Tage zu verbringen. Über Kuranda sind wir nach Mareeba gelangt, wo wir die erste Nacht verbracht haben. Auf einem unspektakulären Caravan Park. Mitten in der Nacht bin ich aufgewacht, weil irgendwelche grossen Tiere um unser Auto schlichen. Ich konnte im Dunkeln ohne meine Brille nicht erkennen, was es war, und so habe ich Adlerauge Anika aus dem Schlaf gerissen. Sie hat in den folgenden Minuten dann ihre ersten Kängurus gesehen. Und ich halte meine Brille ab jetzt in der Nacht griffbereit und warte derweil geduldig auf meine erste Kängurusichtung. Auf dem Caravan Park hat uns übrigens auch noch ein anderer Camper auf unser tolles Setup mit dem Rooftop Tent angesprochen. War ein bisschen neidisch. Er selber ist Goldgräber und will jetzt ein paar Jährchen hier auf dem Platz verbringen. Wo genau er sein tolles Nugget an diesem Tag gefunden hat, wollte er uns aber nicht verraten. Panane.

Am nächsten Morgen sind wir in den Granite Gorge Nature Park gefahren. Dort soll es zahme Felsenwallabies geben. So süss! Die Betreiber des Parks haben uns schnell überzeugt, dass es sich lohnt, nicht nur den Tag, sondern auch die Nacht dort zu verbringen. Traumhaft war's! Überzeugt euch selbst anhand der folgenden Fotos.

Anschliessend ging es weiter an den Lake Eacham. Ein Kratersee mit dreihundert Meter Durchmesser, 66 Meter tief. Er hat weder Zu- noch Abflüsse. Wasser kommt nur über Regen rein und versickert dann im Boden. Das kühle Bad im See war erfrischend. Da gibt es übrigens auch ein Krokodil im See. Ist aber nur ein "Freshie", ein Süsswasserkrokodil, das im Gegensatz zum "Saltie", dem Salzwasserkrokodil, in der Regel keine Gefahr für den Menschen darstellt - solange man es in Ruhe lässt. Haben's in Ruhe gelassen (auch gar nicht entdeckt).

Beim Lake Eacham haben wir auch unsere Kölner Freunde wiedergetroffen. Gemeinsam mit ihnen haben wir an den folgenden zwei Tagen dann einen Wasserfall-Marathon nach Innisfail absolviert (10 Stück oder so). Hat besonders Anika sehr gut gefallen. In ihrem Tagebuch steht nur der Kommentar "KOTZ!". Dann haben wir beim Lake Eacham auch noch Wendelin und Annette kennengelernt, zwei Kölner Rentner, die jetzt schon zum sechsten Mal in Australien sind. Die hatten ihr Auto voll mit Wein. Jetzt nicht mehr. Haha.

Little Millstream Falls Millaa Millaa Falls

Von der Aussichtsplattform bis zur Oberfläche dieses kleinen Kratersees auf dem oberen Foto sind es 58 Meter. Der See selber ist 75 Meter tief. Entstanden ist er durch vulkanische Aktivität. Austretende Gase haben das Loch in den Fels geblasen.

Unsere Kreditkarte ist mittlerweile in Cairns angekommen und wir haben sie nach dem Wasserfall-Marathon noch schnell abgeholt um gleich wieder zurück Richtung Innisfail nach Bramston Beach zu donnern, wo man direkt am Strand übernachten kann.

Ich muss jetzt hier mit dem Schreiben aufhören, weil mir gerade ein Australier eine Flasche Bier geschenkt hat. 700ml. Die sind verrückt, die Australier. Sie sind aber alle sehr nett und beschenken einen, sobald man ein Wort mit ihnen gewechselt hat - oder manchmal auch schon vorher. Im Auto wartet noch eine frische Mango zum Dessert auf uns, die uns unser heutiger Zeltnachbar vorhin geschenkt hat.

Aaaalso, tüdelüüü und bis bald,

Eure Reisenden (:

Von Pannen und Traumstränden

Sonntag, 01.10.2017

Diesen Blogpost möchten wir mit einem Foto eröffnen.

Nach 500 Kilometern hat es den ersten Reifen erwischt. Naja, wir wussten ja, dass es nicht mehr die allerbesten Reifen sind. Aber ist ja egal jetzt, fahren wir endlich los! Wär ja kein Ding, so ein Reifenwechsel. Wir haben ja auch schon mal einen Reifen gewechselt und wir haben ja ein Ersatzrad und eine Werkzeugkiste. Haha. Denkste.

Da standen wir also, mit diesem platten Reifen. Werkzeugkiste her. Da ist auch so ein Wagenheber drin. Aber was sollen wir damit? Wie kriegen wir den unter's Auto? Der passt gar nicht drunter!

Naja, dieses Problem lösen wir später. Erst mal die Schrauben lockern. Keine Ahnung, was das für ein Tier war, das diese Schrauben angezogen hat, aber es war ein kräftiges. Nach einer Viertelstunde waren aber alle fünf Schrauben gelockert. In der Zwischenzeit haben wir auch Unterstützung bekommen. Wir haben den Plattfuss auf dem Bloomfield Track, einer etwa 30 Kilometer langen 4WD-Strecke eingefangen. Zum Glück auf den letzten 10 Kilometern, direkt beim letzten Flüsschen, das überquert werden muss. Dort kann man auch schwimmen und deswegen hat es dort ein paar Menschen. Zum Glück. Hätten wir den Plattfuss ein paar Kilometer früher, vor diesem letzten Flüsschen, eingefangen, wären wir alleine gewesen. Ohne Mobilfunknetz.

So hatten uns liebe Menschen ihren Wagenheber ausgeborgt, den man auch benutzen kann. Echt nett. Also, Schrauben gelockert, Wagenheber besorgt - Ersatzrad her. Dieses ist an der Unterseite des Autos befestigt. Kann man so runterkurbeln. Irgendwie. Braucht man so ein spezielles Werkzeug für. Wo ist denn das jetzt? Und wie sieht es überhaupt aus? Nix zu finden in der Werkzeugkiste. In der Zwischenzeit sind weitere sehr liebe Menschen Richtung Cape Tribulation aufgebrochen, um den Pannendienst zu alarmieren. Hat ja kein Mobilfunknetz hier und wir sind mittleweile nicht mehr so zuversichtlich, dass wir das alleine schaffen. Und aus irgend einem Grund haben wir ja auch für den Pannendienst bezahlt, dann dürfen die ruhig auch mal ausrücken. Hey, da ist das Werkzeug, um das Ersatzrad runterzukurbeln! Ich kurbel mal. Ersatzrad bewegt sich nicht. Ich glaub, da fehlt noch was. Da fällt mir ein, dass ich ja mal das Handbuch für unser Auto runtergeladen habe. Da steht bestimmt was drin. In dem Moment kommt der Pannenhelfer. Der erklärt uns auch, dass noch ein Werkzeugstück fehlt. Da ist es, unter dem Rücksitz (danke, liebes Handbuch)! Ersatzrad runtergekurbelt und nach fünf Minuten war es montiert. Zum Abschied hat uns der Pannenhelfer, der alte Klugscheisser, gefragt, wie wir das Auto mit unserem Wagenheber überhaupt anheben wollten. Danke, Wagenheber steht jetzt auf der Einkaufsliste.

Nach diesem kurzen Ausschnitt aus der Kategorie "Pleiten, Pech und Pannen" jetzt zum schöneren Teil. Wir haben in den letzten Tagen einen Ausflug Richtung Norden gemacht. Über den Bloomfield Track nach Archer Point. Was für ein traumhafter Fleck! Siehe Aussicht aus dem Schlafzimmer auf den folgenden Fotos.

Dann ging es über Cooktown und Hopevale weiter nach Elim Beach und Colored Sands, wo wir zwei Tage verbracht haben. Pünktlich zum Sonnenuntergang ging auf dem Elim Beach Camp richtig die Post ab. Hunderte von Flughunden stritten sich in den Baumwipfeln über unseren Köpfen um ihr Essen. Ein beeindruckendes Schauspiel. Der Nachteil an der ganzen Sache ist, dass auch Flughunde einen Stoffwechsel haben und sie dann nach dem Essen jeweils das ganze Auto vollgekackt haben. Aber so richtig.

Nach den zwei Tagen waren wir dann der Meinung, dass unser Auto genug vollgeschissen wurde, und wir haben uns wieder auf den Weg zurück Richtung Cape Tribulation gemacht. Wo wir uns dann zehn Kilometer vor dem Ziel den Plattfuss eingefangen haben. Jetzt warten wir hier in Cape Trib, bis unsere Post in Cairns angekommen ist (siehe letzten Blogpost). Die holen wir dann ab und dann holen uns noch ein paar neue Reifen und einen Wagenheber. ;)

Das eilt aber alles nicht, hier kann man es wirklich gut aushalten.

Hier kann man beispielsweise schnorcheln am Mackay Reef, das Teil des Great Barrier Reefs ist.

Oder man kann am Strand Kokosnüsse sammeln und sich einen Nachmittag lang damit beschäftigen, diese Scheissdinger zu knacken.

Alles in allem also ganz OK. :)

Bis bald!

Eure Reisenden (: 

 

 

 

Erste Woche überstanden!

Freitag, 22.09.2017

Phu, endlich die erste Woche vorbei. Horror pur hier. Die Sonne brennt. Die Strände sind menschenleer. Naja, noch 24 Wochen durchhalten, dann sind wir endlich wieder zu Hause.

Quatsch. Die ersten Tage waren natürlich super. Wir hatten aber einiges zu tun, deswegen melden wir uns erst jetzt aus Down Under.

Der Reihe nach:

Gelandet sind wir am Donnerstag, 16.9. um 10 Uhr Vormittags Ortszeit in Cairns. Die 26-stündige Reise ist ohne grössere Zwischenfälle verlaufen. Wirklich ausgeruht waren wir aber nicht. Auf längeren Flügen zu schlafen, ist etwas, das wir noch lernen müssen. Den Rest des Tages haben wir dann im Stadtzentrum von Cairns und auf der Esplanade verbracht und uns Mühe gegeben, erst am Abend zu schlafen. Das ist uns auch gelungen. Wir sind erst am Abend eingeschlafen. Und am nächsten Tag um 13:00 aufgestanden. Haha. Fail. An diesem Abend - nein, am darauffolgenden Morgen - ist der Sandmann deshalb dann erst mit dem Sonnenaufgang um sechs Uhr gekommen. Fünf Stunden später um elf haben wir uns dann wieder aus dem Bett gequält und von da an ging es dann mit dem Jetlag.

Soweit so gut. Auch wenn Cairns ein schnuckliges Städtchen ist, wollten wir trotzdem nicht hier bleiben. Unser Ziel war es, so schnell wie möglich ein Auto zu kaufen, das uns im folgenden halben Jahr an die schönsten Plätzchen Australien bringen soll. Australien ist bekannt als Backpacker-Land und so gibt es immer wieder Backpacker, die ihre Autos inkl. ihrer kompletten Camping-Ausrüstung verkaufen. So eins wollten wir uns unter den Nagel reissen. Über das Internet haben wir ein gutes Dutzend Fahrzeuge gefunden, die diesen Anforderungen entsprachen und geländetauglich waren (ich freue mich auf die Offroad-Pisten, Anika nicht so. Haha.). Über die Hälfte dieser Autos kam aber von Anfang an nicht in Frage, weil sie im falschen Bundesstaat Australiens registriert waren. Warum? In Australien kann die Registrierung eines Fahrzeuges normalerweise einfach auf den neuen Besitzer überschrieben werden - allerdings muss man sich dazu in der Regel auch in dem Bundesstaat befinden, in welchem das Fahrzeug registriert ist. Nur bei Fahrzeugen, die in Western Australia registriert sind, ist das anders - diese können in ganz Australien übernommen werden. Wir wollten deshalb unbedingt ein Auto aus Western Australia - das können wir in einem halben Jahr auch wieder einfacher verkaufen. Die Besitzer der Fahrzeuge aus Western Australia haben wir dann also angeschrieben. Zwei haben geantwortet. Das eine davon hatte so ein geiles Roof-Top-Zelt. Und eine sehr, sehr umfangreiche Camping-Ausrüstung. Inklusive Essensvorräte, die sie nicht mehr geschafft hatten. Also wirklich ready-to-go. War zwar das teuerste Auto in unserer Auswahl. Die Fahrertür kann auch nicht von innen geöffnet werden - ich muss immer das Fenster runterlassen (elektrisch!) und die Tür über den Aussengriff öffnen. Aber hey, ein Roof-Top-Zelt! Und nur etwas mehr als 300'000 Kilometer auf der Uhr, was für australische Verhältnisse noch relativ wenig ist. Wir haben das Auto also gekauft. Der Spass hat uns umgerechnet etwa 5'300 Franken gekostet. Zusätzlich zum Kaufpreis fallen noch einmal etwa vierhundert Franken für Haftpflichtversicherung, Pannendienst und die Überschreibung des Fahrzeughalters an. Mit etwas Glück bekommen wir in einem halben Jahr, wenn wir das Auto wieder verkaufen, den Grossteil des Kaufpreises wieder. Sofern das Auto das halbe Jahr übersteht. Haha.

Unser neues Schmuckstück konnten wir dann am vergangenen Mittwoch übernehmen. Das war ideal, hatten wir doch das Hotel bis am Donnerstag gebucht. Am Donnerstag Morgen wollten wir dann zu unserem Roadtrip aufbrechen und Cairns verlassen. Darwin, ganz im Norden Australiens, sollte das erste Zwischenziel sein. Den tropischen Norden mit seinen Regenwäldern wollten wir unbedingt sehen und er wurde deshalb als erster Reiseabschnitt auserkoren. Ab November bis März ist hier nämlich Regenzeit und viele Strassen sind dann gar nicht passierbar.

Cape Tribulation sollte das Etappenziel des Donnerstags sein. Da es da nicht viele Campingplätze hat und das wilde Campieren in Queensland praktisch nirgends gestattet ist, haben wir beschlossen, am Mittwoch noch ein Plätzchen auf einem Campingplatz zu buchen. Hat aber nicht funktioniert. Kreditkarte abgelehnt. Äh, OK? Offenbar wurden die Kreditkartendaten gestohlen und die Karte musste gesperrt werden. Wir bekommen eine neue Karte. Die alte Karte kann nicht mehr aktiviert werden. Nun gut, Mami konnte mit ihrer Karte aushelfen, der Campingplatz konnte gebucht werden. Trotzdem brauchen wir aber wieder eine eigene Karte. Sie kommt jetzt mit der Post. In einer Woche können wir sie in Cairns abholen. Oh, du schönes Cairns, eigentlich wollten wir dich ja erst im März wiedersehen.

Nun gut. Fahren wir halt noch nicht zu weit weg in Richtung Darwin. Bis am Sonntag bleiben wir am Cape Tribulation. Ist auch wirklich schön hier! Am Sonntag dann vermutlich weiter nach Cooktown. Vermutlich über den Bloomfield Track. Offroad-Piste. Hehe. Sorry Anika. Und dann irgendwann gegen Ende der nächsten Woche wieder zurück nach Cairns, um die Kreditkarte abzuholen. Und nein, wir haben keine zweite Kreditkarte. Und ja, wir wissen, dass das mega dumm ist.

Uns geht es also gut. Wir melden uns bald wieder. Unten noch ein paar Fotos. Enjoy. :)

Eure Reisenden (:

Flug von Singapur nach Cairns in den Sonnenaufgang

Frau (Anika) am Strand blickt auf vorgelagerte Insel.

Unser Ford Explorer

Cape Tribulation

Cape Kimberley.

Vermutlich die Gründe für die menschenleeren Strände.

Mann (Roli) wirft Schuh.

Baum (?!) im Daintree Rainforest.

Boarding

Donnerstag, 14.09.2017

So meine lieben

Wir sind nun an unserem Gate angekommen und probieren uns noch etwas zu entspannen bevor es jetzt 12h nach Singapur geht. Wir sind mittlerweile sehr müde und überlegen schon wie wir am besten im Flugzeug schlafen können. Es hat uns auch sehr gefreut das wir noch zum Flughafen gebracht worden sind. Ein dickes Merci an eu :)

Nun ist unser Flugzeug startklar und wir sollten mal einsteigen. Wir werden uns dann nochmals melden.. Dann aber von einem anderen Kontinent.

Eure Reisenden  (:

 

Ps: ich konnte leider keine Bilder hochladen, aber wir werden dieses Problem natürlich noch lösen. 

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